Kissenplatten-Wärmeaustauscher: Technologie, Auslegung, Leistungsgrenzen

Kissenplatten-Wärmeübertrager (Pillow Plates) sind aus zwei verschweißten Blechen aufgebaute Druckelemente. Charakteristisch ist das Punktschweißmuster im Inneren – es definiert Strömungsquerschnitte, Druckfestigkeit und Wärmeübergangsverhalten. Wir legen dieses Muster seit 1958 in eigenen Berechnungsmodellen fest und entwickeln es auf Basis von Prozessdaten und Projektrückkopplungen kontinuierlich weiter.

Das Punktmuster – Kernparameter der Auslegung

Das Schweißpunktmuster ist kein konstruktives Detail, sondern der entscheidende Auslegungsparameter. Es beeinflusst gleichzeitig:

  • Druckfestigkeit (Berstdruck PB, berechnet nach AD 2000 S5 / ASME-Code)
  • Strömungsverteilung und Totraumminimierung
  • Wärmeübergangskoeffizienten auf der Innenseite der Platte
  • Mechanische Stabilität durch Kaltverfestigung beim Aufdrückvorgang

Unsere Ingenieure definieren Punktmuster und Aufdrückhöhe als integriertes Ergebnis aller relevanten Prozessparameter – nicht sequenziell, sondern als Gesamtoptimum.

Strömungstechnischer Vorteil gegenüber Rohrbündeln

Durch die dreidimensionale Kissengeometrie entstehen bereits bei niedrigen Reynolds-Zahlen turbulente Strömungen. Das erzeugt vergleichsweise hohe innere Wärmeübergangskoeffizienten – früher und bei niedrigeren Druckverlusten als in Rohrsystemen.

Die Konsequenz für die Auslegung:

  • Gleiche Wärmeleistung mit geringerer Wärmeaustauschfläche
  • Geringerer Stahlbedarf gegenüber Rohrbündelkonstruktionen
  • Niedrigerer Druckverlust bei gleicher thermischer Leistung

Wir denken in Systemen: von der thermodynamischen Simulation über die Strömungsoptimierung bis zur werkstoffgerechten Konstruktion.

Druckfestigkeit – Nachweis durch Berstdruckversuch

Die Druckfestigkeit jeder Kissenplatte wird durch Berstdruckversuche an repräsentativen Mustern nachgewiesen – im Beisein eines Sachverständigen der zuständigen Prüforganisation. Die maximal zulässigen Drücke werden nach AD 2000 Merkblatt S5 oder dem ASME-Code berechnet.

Berstdrücke >450 bar sind realisierbar. Maximal zulässige Betriebsdrücke PS >70 bar und Betriebstemperaturen TS >400 °C werden durch unser Auslegungsverfahren abgedeckt.

Fluidgruppen – Anwendungsbreite

FluidgruppeBeispiele
Einphasige FlüssigkeitenWasser, Thermoöle, hochviskose Kälteträger
Überhitzte GaseProzessgase, Luft
Verdampfende MedienNatürliche Kältemittel, Freone
Kondensierende MedienWasserdampf, Prozessdämpfe

Validiert durch jahrzehntelange Projekterfahrung in Chemie, Pharmazie, Energietechnik und Lebensmitteltechnik.

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